Antragsgrün - die Online-Antragsverwaltung für Parteitage, Verbandstagungen und Mitgliederversammlungen

Änderungsvorschlag Ä4

Veranstaltung: Kreistagswahlprogramm 2014
Ursprungsantrag: Bauwesen/ Wohnungspolitik
AntragsstellerIn: Andreas
Status: Eingereicht
Eingereicht: 03.04.2014, 20:57 Uhr

Änderungsantragstext

Im Absatz von Zeile 253 bis 302
Der Zustand unserer Städte hat sich in den letzten Jahren zum besseren gewandelt. Vieler Orts wurden fast verfallene, erhaltenswerte Häuser gerettet und frisch saniert. Ein menschenwürdiges Wohnen ist (zumindestDie Wohnbedingungen haben sich für viele ) wieder möglich geworden.deutlich verbessert.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich für Förderung und Erhaltung eines attraktiven Wohnumfeldes durch ökologische Kommunalentwicklung und Zukunftssicherung ein. Verbindungselemente zwischenVerbindungen von Wohn-, Grün-, Infra- und Einkaufsstrukturen sollen erhalten bleiben und bei Planungen
berücksichtigt und weiter ausgebaut werden. Unsere Bau – und Wohnungspolitik ist von 4 Grundsätzen geleitet:
Frühestmögliche Bürgerbeteiligung
Nicht nur die Parteien mit ihren Abgeordneten in den Parlamenten stehen in der Verantwortung für eine gute Bau- und Wohnungspolitik. Vor allem auch die Bürger, die Anwohner, die Betroffenen müssen die Möglichkeit erhalten ihr Mitspracherecht (-pflicht) schon in der Planungsphase wahrnehmen zu können, um ihre Vorstellungen und Ideen mit einbringen zu können und zwar mehr als bisher. Dies soll vor allem durch regelmäßige Informationsveranstaltungen in den betroffenen Gebieten/Stadtteilen erreicht werden. Bürgerinitiativen dürfen nicht länger als Gegner angesehen, sondern müssen als Partner anerkannt werden.
Kinder- , behinderten- und altengerechtes Bauen
In den letzten Jahren wurden viele Spielplätze neu geschaffen. Dies begrüßen wir ausdrücklich. Zur Sicherheit der Kinder ist in den Wohngebieten verstärkt auf verkehrsberuhigte Zonen zu achten. Es sind auch weiterhin Spielmöglichkeiten in unmittelbarer Wohnnähe zu schaffen. Bei allen Baumaßnahmen sind die Belange von Menschen mit Behinderung aber auch von Seniorinnen und Senioren zu berücksichtigen.
Um dies zu erreichen ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Ämtern und den verschiedenen Behindertenvereinen, Seniorenvereinen und Selbsthilfegruppen anzustreben.
Wir unterstützen die Schaffung von neuen Begegnungsstätten in ehemaligen Räumen der Kommunen, da es insbesondere in einigen Dörfern keinerlei öffentliche Räume und Versorgungseinrichtungen mehr
gibt.
Umweltgerechtes Bauen und ausreichende Begrünung
Wir brauchen das „Grün“ dort am dringendsten, wo wir leben, also direkt vor unserer Haustür. Neben der Erhaltung von Baum- und Strauchbeständen in Wohngebieten und innerstädtischem
Gebiet, bedeutet das auch eine Erhöhung von Neupflanzungen. Projekte zur Stadtbegrünung müssen konsequenter als bisher angegangen werden. Grüne Fassaden und Dächer verschönern
unserer Städte und tragen u.a. zur Luftverbesserung und WärmedämmungKlimatisierung bei. Bei allen öffentlichen Bauvorhaben sind umweltgerechte Baustoffedie Vorgaben des Bewertungssystems nachhaltiges Bauen des Bundes zu verwenden.anzuwenden. Besonders bei dem Bau von Parkplätzen ist die Versiegelung von Flächen so gering wie möglich zu halten. Die Bebauung von Flußauen und
Hochwasserrückzugsgebieten (wie alte Flussläufe) hat zu unterbleiben und wird von uns auf das schärfste abgelehnt.
Vermeidung von Polarisierungen
Eine Sanierung in sensiblen Gebieten (Innenstädte/Altstädte) muss vor einem Neubau angestrebt werden. Wenn Neubauten nicht zu umgehen sind, sind diese anin die dörflichestädtebauliche Substanz des Gebietes anzupassen.einzubetten.
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Begründung

"menschenwürdiges Wohnen für viele" ist mir zu drastisch formuliert - impliziert, dass viele vorher menschenunwürdig gelebt haben. Das mag für einzelne Gruppen zutreffen, dürfte aber eher eine Frage der gesellschaftlichen Spaltung und Marginalisierung sein, also eher ein sozialpolitisches Thema, was ich nicht im Kontext Sanierung diskutieren würde.
Verbindungselemente ist unglücklich formuliert: Was sind das für Elemente; Grünstrukturen fehlen in der Aufzählung bzw. sollten nicht bloß in der Infrastruktur impliziert werden.
Mitsprachepflicht dürfte für die Mehrzahl der LeserInnen nicht nur sprachlich sperrig sein.
Wärmedämmung durch Grün ist sachlich nur bedingt richtig: Wilder Wein z.B. hat vor allem den Vorzug im Sommer zu beschatten und im Winter die Sonne ranzulassen, bringt aber hinsichtlich der Wärmedämmung gar nichts.
Die Verwendung umweltfreundlicher Baustoffe ist nur eine Facette umweltfreundlichen Bauens die zudem schwer zu operationalisieren ist. Hier lohnt es sich an die jahrelange Erfahrung anderer anzuschließen; das BNB System (https://www.bnb-nachhaltigesbauen.de/) ist als praktikabler Bezugsrahmen durchaus ernst zu nehmen.
Wenn es um Innenstädte/Altstädte geht, ist nicht direkt nachvollziehbar, warum dann dörfliche Strukturen angesprochen werden.
[ehrlich zu sagen halte ich diesen Programmpunkt für grundsätzlich schwierig - jeder Architekt/Stadtplaner ist natürlich bemüht, Bauvorhaben an den städtebaulichen Kontext anzupassen; allerdings sind die Vorstellungen, was passt sehr verschieden. Die Formulierung hat für mich einen etwas muffig konservativen Geruch: so als wollten wir nur Fachwerkhäuser mit kleinen Fensterchen ... Was steht eigentlich substantiell hinter dieser Forderung? Geht es eigentlich um Denkmalschutz? Dann müsste man es allgemeiner formulieren: Das Erbe wertschätzen (könnte man auch im Sinne einer Wiedernutzung von Ressourcen thematisieren) IN der derzeitigen Fassung könnte ich auf diesen Punkt verzichten, insbesondere, wenn die Bürgerbeteiligung ernst genommen wird: Die sollte ja dazu beitragen Polarisierungen zu vermeiden oder zumindest einer akzeptablen Lösung zuzuführen.]